Hotels spielen bei der Sauberkeit ein mieses Spiel!

Die Dreistigkeit stirbt nicht aus. Vor allem bei manchen Auftraggebern. Dieser Tage ist mir eine Ausschreibung einer großen Hotelkette zugespielt worden. Hier geht es um die Unterhaltsreinigung in drei verschiedenen Häusern in unserer Region. In Summe reden wir von rund 500 Zimmern, von denen jedes einzelne in Spitzenzeiten teilweise für über 300 Euro (so sagt es zumindest Google) pro Nacht vermietet wird. So weit, so gut.

Weniger gut ist allerdings der Preis, den die Kette für die Reinigung der Zimmer zahlen will: 4,80 Euro pro Zimmer. Abgesehen davon, dass Revier Löhne nicht zulässig sind, kann man über die 4,80 Euro trefflich streiten. Legt man den Branchenmindestlohn von 10,80 Euro zugrunde, müsste die Reinigungskraft 2,25 Zimmer in einer Stunde reinigen. Wenn man die Sonntags- und Feiertagszuschläge mit berücksichtigt, dann erhöht sich dieser Wert noch erheblich.

Das ist schon heftig. Noch heftiger ist aber der Regie-Stundensatz, den die Hotelkette zahlen will: 13,00 Euro(!). Leute, das ist – wieder vom Mindestlohn ausgehend – ein Kalkulationszuschlag von sage und schreibe 20,4 Prozent. Geht’s noch? Das Schlimme an der Sache ist, dass sich trotzdem einer aus unserer Branche findet, der sich auf das makabre und desaströse Spiel einlässt. Und der muss dann „bescheißen“ – entweder den Kunden (der es verdient hätte) oder die eigenen Leute (die es mit Sicherheit nicht verdient haben). Wacht endlich auf! Da läuft ganz gewaltig was schief!


Herzliche Grüße,

Marcus Pinsel, Obermeister Gebäudereiniger-Innung Nordbayern